Aufgrund unserer fast 100-jährigen Geschichte gibt es natürlich viel zu berichten und zu erzählen. Nachstehend findet Ihr die wesentlichen Meilensteine unserer Vereinschronik.

Die Redaktion bittet um Nachsicht, wenn wir uns an dieser Stelle aufgrund der zahlreichen Erfolge auf die wichtigsten Eckdaten konzentrieren und nicht alle beteiligten Mitglieder namentlich erwähen konnten.

Im Herbst des Jahres 1919 wurde der "Kugelwerferverein Reepsholt" gegründet. Auf Vorschlag des Gastwirtes Heinrich Peters wurde er schon bald in "Ostfreesland" Reepsholt umgetauft. Gründungsmitglieder des Vereins waren u.a. Joh. Janssen, Joh. Becker, Joh. Kleihauer, Claas de Wall, Wilhelm Bohlken, Wilh. Kleihaueer, Diedrich Balsters und Hinrich Balsters, der den 1. Vorsitz übernahm. Der erste dokumentierte Wettkampfbericht stammt aus dem Jahre 1921. Reepsholt gewann einen Boßelwettstreit gegen den "Klootschießerverein Friedeburg", bei dem es um einen Wetteinsatz von 300,- Mark ging.

Ebenfalls im Jahr 1921 errang "Ostfreesland" den ersten bedeutenden Sieg anläßlich eines Friesenboßelwettstreites des Ostfr. Klootschießer- und Boßelverbandes in Friedeburg. Man schrieb den 26. Juni als Wilh. Bohlken, Joh. Specht, Hinr. Balster, Hinr. Kleihauer, Gerh. Christians und Hinr. Galts mit einem Gesamtergebnis von 2.373,95 Metern die erste Meisterwürde der Vereinsgeschichte in Empfang nahmen.

Im Dezember 1945 wurde das Vereins- und Versammlungverbot der britischen Besatzungsmacht teilweise aufgehoben, um das Boßeln und Klootschießen zum Zwecke der Jugend- und Sportpflege zu betreiben. Unter dem Vorsitz von von Gerh. Hinrichs begann 1946 schließlich die mittlere Vereinsgeschichte. Zunächst bestimmten Freundschaftskämpfe und Teilnahmen an Sommerfesten den Terminkalender des Vereins. Ab 1948 nahm "Ostfreesland" dann wieder regelmäßig an Wanderpreiswerfen teil. Den ersten beurkundeten Erfolg errang der Verein schließlich am 19. Juni 1949 und gewann die Ehrenurkunde beim Sommerfest des KBV "Liek ut Hand" Etzel - Gerd Jannsen Remmers, Erich Kleihauer, Heinrich Ahlrichs, Reinhard Kaak, Hermann Kleihauer und Gerhard Hinrichs hießen die erfolgreichen Werfer.


Dank zunehmender Motorisierung wurde es einfacher, regelmäßig an Wettkämpfen teilzunehmen. Die Erfolge sollten nicht lange auf sich warten lassen. Bei den jährlich stattfindenden Verbandsmeisterschaften konnte Reepsholt am 22. September 1957 erstmals den Verbandsmeistertitel der Aktiven erringen.

Bis zur Einführung der Punktpspielkämpfe im Jahr 1974 kamen noch mehrere Verbandsmeistertitel hinzu: In den Jahren 1959, 1969, 1972 und 1973 in der Altersklasse sowie 1959 und 1970 bei den Aktiven (heute Männer I) standen die Reepsholter jeweils ganz oben auf dem Siegertreppchen. Besonders der Titel bei den Aktiven von 1970 gilt als herausragender Erfolg. Bei dem über 2 Tage andauernden Finalwettkampf setzte sich Reepholt erst in den letzten 3 Würfen gegen den Favoriten aus Wiesedermeer durch. In der Gummigruppe warfen Ricklef Carls, Hans Gerjets, Erich Kleihauer, Klaus Müller und Heinz Heeren; in der Pockholzgruppe waren Georg Hinrichs, Erich Wilken, Johann Hinrichs, Harm Harbers und Heinz Schoon für "Ostfreesland" erfolgreich.

{slider=1974 - Start des Punktspielbetriebes}

Nachdem der Kreisverband Friedeburg den Punktspielbetrieb einführte, stellte sich der Verein neu auf. In A-, B-, C-, Männer II sowie Jugend- und Schülerstaffel ging es nun in die regelmäßig stattfindenden Wettkämpfe. Erfolge ließen nicht lange auf sich warten:  Die Männer II wurden 1975, die Männer III 1978 Verbandsmeister. Bei den Aktiven sollte es noch eine Weile dauern, bis sich die Erfolge einstellten.


Der Verein hatte erkannt, dass eine kontinuierliche Jugendarbeit den Grundstein bildet für spätere Erfolge der Männermannschaften. Klaus Müller und Harm Harbers gilt an dieser Stelle besonderer Dank, sie waren es, die gemeinsam mit dem damaligen 1. Vorsitzenden Erich Kleihauer in den frühen siebziger Jahren dafür sorgten, dass Schüler und Jugendliche an den Boßelsport heran geführt wurden und am Wettkampfbetrieb teilnahmen. Und diese Arbeit sollte schnell Früchte tragen: Im Jahr 1976 wurden sowohl die Schüler-, als auch die Jugendmannschaft von "Ostfreesland" erstmalig Verbandsmeister. Etliche dieser Werfer wurden später zu Stützen der Landesligamannschaft Männer I und sind bis heute in der Männer II bzw. Männer III aktiv.

1978 und 1979 konnte die Jugendmannschaft diesen Erfolg wiederholen.

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In den späten Siebziger und den frühen Achtziger Jahren begann sportlich betrachtet langsam aber stetig eine neue Zeitrechnung für „Ostfreesland“ Reepsholt. Weitere Jugendwerfer schafften den Sprung in die Männer I Mannschaft und auch zugezogene Friesensportler ermöglichten eine deutliche Verjüngung und damit leistungsmäßig eine bessere Positionierung des Vereins.<p>

Von Anfang an wurde diese Entwicklung sehr stark von Klaus und Wilfried Müller geprägt. Klaus Müller war als Sportwart(Wettkampfleiter) und schließlich viele Jahre als 1. Vorsitzender für den Verein tätig und hatte nicht nur erkannt, dass kontinuierliche Jugendarbeit die Basis bildet für spätere Erfolge der Männermannschaften sondern dies auch konsequent umgesetzt. Schon früh wurde er sehr intensiv von seinem Sohn Wilfried als 2. Wettkampfleiter unterstützt. Beide haben großen Anteil am nun einsetzenden sportlichen Höhenflug des Vereins. Gemeinsam begleiteten sie die Männer I von der Kreisklasse bis in die Bezirksliga und feierten im Jahr 1990 schließlich den Aufstieg in die Landesliga. Im selben Jahr wurde Wilfried Müller Ligawart und Mannschaftsführer der Männer I-Mannschaft. </p>

Im Jahr 1999 übernahm Wilfried zudem als Sportwart die Koordination des gesamten sportlichen Bereichs der Männer. Der sportliche Aufstieg der Ligamannschaft von "Ostfreesland" war immer eng mit ihrem Mannschaftsführer verbunden. Durch herausragende Leistungen als Mannschafts- und Einzelsportler erwarb sich Wilfried Müller ein solides Fundament für seine Arbeit. Sein großes Geschick im Umgang mit Menschen, gute Kontakte und der unbändige Antrieb, die Mannschaft immer weiter vorwärts zu bringen, bildeten die Basis für die erfolgreiche sportliche Entwicklung des Vereins. Von sportlichen Rückschlägen, wie den Abstieg 1994/1995, ließ man sich nicht beirren. <p>Schon 2 Jahre später wurde der erneute Aufstieg in die höchste Spielklasse gefeiert. Das Ziel, sich in der Landesliga als feste Größe zu etablieren, wurde nie aus den Augen verloren und kontinuierlich weiterverfolgt. In der Saison 2000/2001 war es dann endlich soweit - nach etlichen Top-Platzierungen und einigen knapp verpassten Meisterschaften konnte erstmals der Landesmeistertitel gewonnen und der große Rivale Pfalzdorf endlich überflügelt werden. "Ostfreesland" hatte sich als feste Größe in der Boßel-Landesliga etabliert.</p>

Im Jahr 2010 übergab Wilfried Müller die Mannschaftsführung der Männer I an Matthias Rahmann, der ein "gut bestelltes Feld" vorfand und somit nahtlos an die Erfolge seines Vorgängers anknüpfen konnte. Als Fazit bleibt festzuhalten, dass “Ostfreesland” Reepsholt ein sportlich erfolgreicher und überaus anerkannter Spitzenverein ist. Acht Landesmeistertitel und sieben FKV-Meisterschaften stehen bisher zu Buche - eine Leistung, auf die wir als Verein sehr stolz sind und an der viele Mitglieder aktiv, engagiert und mit viel Herzblut mitgearbeitet haben. Der Vorstand und die Aktiven des Vereins werden alles daran setzen, diese Entwicklung weiter voranzutreiben, wohlwissend, dass sportlicher Erfolg kein Selbstläufer ist und harte Arbeit sowie vertrauensvollen Umgang miteinander voraussetzt.
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Insbesondere unserem langjährigen 1. Vorsitzenden Wilhelm Rahmann gilt an dieser Stelle besonderer Dank. Ob als Schriftführer,  1. Vorsitzender oder als Jugendtrainer - Wilhelm war und ist an allen Fronten aktiv und an der überaus positiven Entwicklung des Vereins bis zum heutigen Tag maßgeblich beteiligt. Auch die von ihm betreuten Jugendmannschaften eilten in den Neunzigern von Erfolg zu Erfolg. Sein Sohn Matthias Rahmann ragte schon zu dieser Zeit deutlich hervor und konnte als Jugendlicher im Alter von 12 Jahren bereits zahlreiche Medaillen auf Verbands-, Landes- und FKV-Ebene sammeln. Heute ist Matthias (Championstoursieger und Boßler des Jahres 2014) erfolgreicher Mannschaftsführer der Männer I Landesliga-Mannschaft, viele seiner Mitstreiter aus den Jugendtagen sind bis heute aktive Werfer des Vereins.

Im Sommer 1981 entwickelte sich parallel zu den Erfolgen der Männermannschaften eine weitere Reepsholter Erfolgsstory - die Gründung des eigenständigen Frauenboßelvereins stand an. Unter Regie der 1. Vorsitzenden Frieda Christians nahm man am 27. September 1981 den Punkspielbetrieb mit einer 5er Gruppe auf. Bereits zwei Jahre später konnte man eine Zehnergruppe melden und im Jahr 1985 schließlich den ersten großen Erfolg feiern mit dem Meistertitel in der B-Staffel. Einen enormen Beitrag zum Erfolg der Reepsholter Frauenmannschaften leistete Wilma Müller, die von 1983 - 19xx den Vorsitz inne hatte und sich sehr erfolgreich um die Intergration der Nachwuchswerferinnen kümmerte. Nach der Meisterschaft in der Kreisliga 1987 wurde der Aufstieg noch knapp verpasst, doch 1990 gelang nach der erneuten Meisterschaft schließlich der Aufstieg in die Bezirksliga. Gleichzeitig konnte die zweite Frauenmannschaft in die Kreisliga aufsteigen.

1992 wurde man Meister in der Bezirklasse und die stieg in die Landesliga auf, in der man sich auf Anhieb gut behauptete. Das Jahr 1994 sollte den Frauen dann den bis dahin gößten Erfolg bescheren. Der Meisterschaft in der Landesliga ließ man die friesische Meisterschaft folgen. 1991 folgte schließlich der konsequente Zusammenschluss zu einem Verein mit den Männern.